Wie bringt man Geflüchtete in Beschäftigung?

Personalverantwortliche berichten über ihre Erfahrungen bei der HR Group in Kooperation mit Hamburg@work

 

Geflüchtete stellen in ganz Deutschland und auch in Hamburg ein großes Potenzial dar, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Aber wie gelingt das? Wie finden Unternehmen und Geflüchtete zueinander? Welche Schwierigkeiten ergeben sich für beide Seiten beim Bewerbungsprozess und bei der Anstellung von Geflüchteten? Beim Treffen der HR Group am vergangenen Dienstag, dem 10. Mai 2017, berichtete Nicole Zarbock, Geschäftsführerin von SinnerSchrader Commerce, begeistert von der Anstellung des Auszubildenden Majd Assalieh. 

 

 

Beim Treffen der HR Group berichtete Nicole Zarbock,
Geschäftsführerin von SinnerSchrader Commerce, begeistert
von der Anstellung des Auszubildenden Majd Assalieh

SinnerSchrader Commerce, ein Tochterunternehmen der SinnerSchrader AG, ist eine E-Commerce-Agentur, die mehr als 80 Mitarbeiter/-innen beschäftigt. Geschäftsführerin Nicole Zarbock gab einen kurzen Einblick in das tägliche Agenturgeschehen und hob hervor, dass Entwickler/-innen den größten Part der Angestellten ausmachten. Aufgrund des massiven Fachkräftemangels sei sie in diesem Bereich ständig auf der Suche nach neuen Talenten. Sie erklärte, dass in dem Unternehmen ohnehin schon zwölf Nationalitäten vertreten seien und Integration sowie die Überwindung von sprachlichen Hindernissen damit tägliches Business darstellen. Neben dem Thema Recruitment spiele auch das Halten der Angestellten eine große Rolle und das gelinge nur durch die Integration aller Mitarbeiter/-innen – unabhängig von Nationalitäten. Die Herkunft der Bewerber/-innen sei egal, betonte Zarbock. Den Unternehmensvertretern/-innen riet sie, das Gespräch mit KWB-Referentin Hülya Eralp zu suchen, falls das eigene Unternehmen nicht von Geflüchteten gefunden wird.


Bei der Anstellung von Majd Assalieh habe man gar keine Hemmschwelle gehabt. Auch die Erfahrungen nach den ersten neun Monaten Ausbildung unterschieden sich nicht von denen mit anderen Auszubildenden. Der 28-jährige Syrer sei eine Bereicherung für das Team und seine Begeisterung stecke andere an.

 

V. l.: KWB-Referentin Hülya Eralp, Majd Assalieh,
Auszubildender bei SinnerSchrader Commerce, und
Moderatorin Dr. Katja Reinecke

Anschließend kam Assalieh selbst zu Wort. Der Auszubildende berichtete von seiner Ankunft in Deutschland vor 2,5 Jahren. Nach dem Abschluss eines Deutschkurses wandte er sich auf Empfehlung eines Freundes hin an Hülya Eralp, die im Rahmen des Unternehmensservices von W.I.R. – work and integration for refugees interessierte Unternehmen bei der Einstellung von geflüchteten Menschen berät und begleitet. Sie unterstützt Unternehmen bei allen Fragen rund um das Thema und vermittelt passende Bewerber/-innen für vakante Stellen. Dabei bietet sie Hilfestellung bei Formalitäten und begleitet den gesamten Bewerbungsprozess.

 

 

Bei SinnerSchrader Commerce sind Mitarbeiter/-innen
aus zwölf Nationen beschäftigt

Eralp berichtete ihrerseits von der Begleitung des Bewerbungsprozesses: "Im Fall von Majd Assalieh ist alles sehr schnell gegangen, nur etwas mehr als sechs Monate lagen zwischen dem ersten Kontakt und dem unterschriebenen Ausbildungsvertrag." Allgemein stellte sie fest, die Menschen, die zu ihr kommen, müssten wissen, was sie wollen. Viele seien zunächst irritiert über die vielen Möglichkeiten in Deutschland. Sie würde dann zusammen mit ihnen schauen, was möglich ist. Dabei spielen auch Erfahrungen und Abschlüsse aus dem Heimatland eine große Rolle.


Mehdi Aroui referierte im Anschluss in einer Doppelrolle: als Vorstandsmitglied der SCHURA – Rat der islamischen Gemeinschaften Hamburg e. V. – und als Geschäftsführer der Firma Netzleiter GmbH und Co. KG. Auch er begegne dem Fachkräftemangel durch interkulturelle und interreligiöse Öffnung seines Unternehmens. In seinem Amt für die SCHURA sei er einerseits an der Erarbeitung von politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen beteiligt. Als Geschäftsführer stehe er andererseits vor der Aufgabe der Umsetzung religiöser Vielfalt im Unternehmen. Er achte darauf, dass seine Angestellten in ihren diesbezüglichen Bedürfnissen nicht zu kurz kommen, hält es aber dennoch für wichtig, dass Religion Privatsache bleibe.


Sylvaina Gerlich vom Interkulturellen Migranten Integrations Center (imic e.V.) berichtete abschließend von den Tätigkeiten des Vereins, der unter dem Motto "Menschen helfen" für interkulturelle Verständigung eintritt. Sie betonte die Rolle der Kultur für Kommunikation und gegenseitiges Verständnis: "Wenn man die Kultur nicht versteht, kann man den Menschen nicht verstehen." Bei imic würden alle Hilfesuchenden rund um die Themen Beruf, Familie und Gesundheit beraten. Außerdem organisiere der Verein eine Vielzahl von erfolgreichen Projekten, teilweise in Kooperation mit der KWB.


Beim Get-together tauschten sich Referenten/-innen und Gäste lebhaft miteinander aus und knüpften Kontakte, aus denen sich sicherlich viele Impulse für zukünftige Kooperationen ergeben werden.

 

 

Wenn auch Sie Fragen zu den Einstellungsmodalitäten haben und geflüchtete Menschen im Rahmen von Praktika, Ausbildungsangeboten oder Beschäftigung für Ihr Unternehmen gewinnen möchten, steht Ihnen Hülya Eralp per E-Mail unter eralp@kwb.de oder telefonisch unter 040 334241-338 jederzeit gern zur Verfügung.

 

 

 

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