Volle Kraft voraus: Unternehmen auf Diversitäts-Kurs

KWB-Veranstaltung "Alle Potenziale an Bord?"

"Potenziale zu finden und zu halten, ist eine der schwierigsten Aufgaben im Unternehmen", erklärte Joachim Leins von der SICK AG seine Teilnahme an der KWB-Veranstaltung "Alle Potenziale an Bord? Personalvielfalt als Schlüssel zum Erfolg!". Unternehmensvertreter/-innen unterschiedlicher Branchen waren am 13. Juli 2017 zusammengekommen, um aus dem alten Fahrwasser auszubrechen und sich auf Erkundungstour nach unentdeckten Potenzialen zu machen. Auf drei "Inseln" erhielten sie Impulse zu den Themen "Die alternde Belegschaft", "Frauen für Führung begeistern" sowie "Klare Sicht auf Potenziale: Menschen mit Fluchtgeschichte".

 

Hansjörg Lüttke, Geschäftsführender Vorstand
der KWB e. V.

"Mit aktuell 42 Millionen Erwerbstätigen ist der Beschäftigungsstand in Deutschland sehr gut", berichtete Hansjörg Lüttke, Geschäftsführender Vorstand der KWB e. V., in seinem Grußwort. Es zeigt aber auch, dass Unternehmen dringend Fachkräfte benötigen. Schließlich bleiben jährlich rund 16.000 Stellen unbesetzt. Die KWB stehe Unternehmen mit Veranstaltungen wie dieser zur Seite und unterstütze bei der Prävention von Fachkräftemangel, so Lüttke.

 

Petra Lotzkat, Leiterin des Amtes für Arbeit und Integration, BASFI Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, ergänzte in ihrem Impulsvortrag, dass der Fokus in der letzten Zeit besonders auf die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten gerichtet sei. Sie appellierte in diesem Zusammenhang: "Meine Bitte an Sie: Verschieben Sie Ihre Grenzen, wo sie Ausbildung für sinnvoll halten." Unter den Menschen mit Fluchtgeschichte sind beispielsweise auch Ältere, die erst durch die Chance einer betrieblichen Ausbildung eine echte Perspektive bekommen.

Petra Lotzkat, Leiterin des Amtes für Arbeit und
Integration in der Behörde für Arbeit, Soziales,
Familie und Integration

"Diversität ist aber ein viel breiteres Thema", so Lotzkat weiter. Es ginge auch weiterhin um die Beschäftigung von Frauen. Große Potenziale gingen dem Arbeitsmarkt durch geringfügige Beschäftigung verloren. Zudem steigere die Unterbrechung sowie das Absenken der Erwerbstätigkeit für Frauen das Risiko der Altersarmut. Sie lobte die KWB-Projekte Führungskräfteschmiede und Worklife sowie das Projekt Pro Exzellenzia, welche Frauen mit höherem Bildungsniveau fördern.

Auf der Themeninsel "Führungskräfteschmiede – Frauen für Führung begeistern" konnten die Teilnehmer/-innen dann erste Ideen entwickeln, was sich förderlich auf die Führungsmotivation von Frauen auswirken könnte. Die Antworten kitzelte Referentin Cornelia Schmidt mit der zunächst überraschenden Frage "Was können Sie tun, damit keine Frau bei Ihnen führen will?" heraus. Im Umkehrschluss kristallisierten sich schnell motivierende Rahmenbedingungen wie flexible Arbeitszeiten, eine gute Feedbackkultur und Anerkennung sowie ernst gemeinte Förder- und Coachingprogramme heraus.

Die Themeninsel zum Motto "Die alternde
Belegschaft – den Kurs frühzeitig feststellen"

Nach zwanzig Minuten läutete die Schiffsglocke und die drei Reisegruppen wechselten im rotierenden System die Themeninsel. Unter dem Motto "Die alternde Belegschaft – den Kurs frühzeitig feststellen" empfingen Susanne Sabisch-Schellhas, Projektleiterin ddn Hamburg, und Reinhard Hradetzky, von LOGOS Sinnorientierte Unternehmensentwicklung, die Gäste. Sie stellten Ziele und Methoden der strategischen Personalplanung vor. Gerade bei den anwesenden Vertretern/-innen von kleinen und mittleren Unternehmen, die weniger Ressourcen für das Thema Personal aufbringen können, stießen die öffentlich geförderten Angebote von ddn Hamburg auf Interesse.

KWB-Referentin Hülya Eralp leitete die
Themeninsel "Klare Sicht auf Potenziale

Menschen mit Fluchtgeschichte"

Die dritte Insel behandelte das Thema Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. Hülya Eralp, Referentin der Fachkräftesicherung bei KMU/BQM, interviewte vor Ort Sten-Arne Saß, Ausbildungsleiter der STILL GmbH, und Davoud Sarvari, einen seiner Auszubildenden mit Fluchtgeschichte. Saß erzählte, dass oft die mangelnden Sprachkenntnisse anfänglich als große Hürde erschienen, sich diese aber meist erstaunlich schnell erledigen würde. Das stellte Sarvari eindrücklich unter Beweis. Er ist erst vor zwei Jahren aus Afghanistan nach Deutschland geflohen und konnte die Fragen der Teilnehmenden ohne Probleme beantworten.

 

 

 

Jürgen Heinisch (l.), ELIM Seniorencentrum
Eppendorf, und Joachim Leins, SICK AG

Nach einer Stärkung am Fischkutter wurden die Ergebnisse der Themeninseln in der Fishbowl zusammengetragen. Die drei "Reisegruppenleiterinnen" und Jutta Spormann, Vertreterin der BASFI, schilderten ihre Eindrücke und wurden durch Wortbeiträge der Gäste ergänzt.

"Fachkräftemangel ist ein eklatantes Thema", resümiert Jürgen Heinisch vom ELIM Seniorencentrum Eppendorf zum Ausklang der Veranstaltung. "Der Austausch mit anderen Branchen zum Potenzial, aber auch zu den Hindernissen der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, hat mich sehr interessiert." Joachim Leins von der SICK AG stellte zufrieden fest: "Ich habe viele Impulse mitnehmen können."

 

 

 

 

 

 

 

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