Vermittlung von Geflüchteten in Ausbildung und Arbeit


 

BQM unterstützte die Haspa bei dem Einstellungsprozess eines Geflüchteten und traf Michael Lewandowski (links im Bild), Berufsausbildungsleiter der Hamburger Sparkasse, zum Gespräch. 

 

BQM: Herr Lewandowski, warum halten Sie eine vielfältige Belegschaft für sinnvoll?


Michael Lewandowski: Als die Sparkasse in der Metropolregion Hamburg sind wir Ansprechpartner für die Menschen und Unternehmen und genau so bunt und vielfältig wie unsere Kunden. Der vielfältige Erfahrungsschatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hilft uns nicht nur in Zukunftsthemen, sondern gerade auch im täglichen persönlichen Kontakt. Wir verstehen unsere Kunden und können ihnen Sicherheit in finanziellen Fragen geben.


BQM:
Wie viel Prozent Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben einen migrantischen Hintergrund?


Michael Lewandowski: Wichtig sind uns an dieser Stelle die Menschen. Nicht die Zahlen. Und eine klare, allgemeingültige Definition von "Migrationshintergrund" ist uns auch nicht bekannt. Wir haben deshalb keine statistischen Daten dazu. Wenn ich mir aber hilfsweise die Vornamen unserer Kolleginnen und Kollegen im internen Adressbuch anschaue oder Geburtsorte kenne, dann finden wir in unserer Haspa eine Vielzahl von Nationalitäten und Migrationshintergründen.


BQM:
Sie haben einen Flüchtling als Auszubildenden eingestellt. Wodurch hat er sich für die Ausbildung bei der Haspa qualifiziert?


Michael Lewandowski:
Wir achten bei unseren Bewerberinnen und Bewerbern vor allem auf die Persönlichkeit. Wichtig sind natürlich auch Schulnoten und Abschlüsse. Der junge Mann hat aus seiner Heimat einen Bachelorabschluss im Finanzwesen mitgebracht und war auf dem Weg zum Master. Und die Deutschkenntnisse sind essenziell.


BQM: Welche Hürden stehen der Einstellung eines Flüchtlings aus der Perspektive eines Arbeitgebers bzw. einer Bank oftmals im Wege? Wie haben Sie diese Hürden überwinden können?


Michael Lewandowski: Bei der Überwindung formaler Hürden hat uns auch in der Vergangenheit BQM großartig unterstützt. Die höchste Hürde liegt eher an anderer Stelle: In einem kundenorientierten Beruf wie beim Bankkaufmann sind unter anderem die Sprachkenntnisse entscheidend. Als persönlicher Ansprechpartner erfragen unsere Berater die Interessen und Bedürfnisse unserer Kunden. Bankprodukte kann man nicht anfassen. Umso wichtiger ist es, komplexe Finanzthemen mit Worten verständlich zu beschreiben.


BQM: Was raten Sie anderen Unternehmen in Bezug auf die Einstellung bzw. Ausbildung von geflüchteten Menschen?


Michael Lewandowski: Eine interne Projektgruppe von dual Studierenden hat hier den besonderen Wert der Einstiegsqualifikation (EQ) betont und empfohlen. Entdecken Sie die Fähigkeiten und Potenziale, die in diesen Menschen stecken. Und achten Sie gleichzeitig darauf, sie nicht zu überfordern. Unser duales berufliches Bildungssystem ist sehr anspruchsvoll. Ein Einstieg zu einem zu frühen Zeitpunkt kann auch zu Frustration führen. In jedem Fall brauchen beide Seiten viel Geduld und Durchhaltevermögen. Deshalb ist das persönliche Engagement der unmittelbaren Betreuer am Einsatzort ganz besonders wichtig.


BQM: Welche Vorteile hat die Begleitung des Einstellungsprozesses eines geflüchteten Menschen durch einen Projektträger wie der BQM aus Ihrer Sicht? Sind Sie zufrieden mit der Arbeit der BQM?


Michael Lewandowski: Geflohene Menschen, die eine Chance hatten, sich ausreichend lange, über unser sehr offenes Schulsystem zu integrieren und gute Sprachkenntnisse zu erwerben, benötigen keine oder deutlich weniger Begleitung. Und das wäre mit Sicherheit der ideale Weg.
Aber was ist, wenn diese Möglichkeit nicht gegeben war? Wie stelle ich z. B. die Kompetenzen eines Bewerbers fest? Viele Auswahlverfahren zielen auf schulische Kenntnisse ab, die in anderen Ländern nicht oder anders vermittelt werden. In solchen Fällen kann BQM mit speziellen Auswahlverfahren helfen. Oder welche Sprachkurse sind sinnvoll?
Wir sind jedenfalls froh, gleich mehrere kompetente Ratgeber an der Seite zu haben, die schnell und unbürokratisch Antworten geben können auf Fragen, die sich uns in der Vergangenheit  noch nicht gestellt hatten. Neben BQM haben wir auch unsere Handelskammer, die Agentur für Arbeit, Jugend in Arbeit und viele Menschen, mit dem Wunsch zu helfen, an unserer Seite. Das ist gut, denn alleine hätten wir den bisherigen Weg nicht so geschafft.

 

BQM: Herr Lewandowski, herzlichen Dank für das Gespräch!

 

 

Möchten auch Sie sich für die berufliche Integration geflüchteter Menschen einsetzen und brauchen dabei Unterstützung? Nehmen Sie gerne Kontakt mit Projektleitung Hülya Eralp auf:

 

Hülya Eralp

Projektleitung Fachkräftesicherung in KMU/BQM

Tel.: 040 334241-338

E-Mail: eralp@kwb.de




 

Kontakt 

Bjeen Alhassan
Tel.: 040 334241-338
 
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