Das UKE stellt sich geflüchteten Frauen vor

Gute Chancen im Gesundheitswesen

"Viele geflüchtete Frauen bringen Interesse, Engagement und Potenzial mit. Es ist wichtig, dass wir diese Gruppe erschließen", so Paul Cahoj, Sprachförderer und pädagogischer Mitarbeiter im Projekt Anpassungsqualifizierung für Gesundheitsberufe (APQ) am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Doris Thömen-Suhr, Leitung der APO, sagte daher der Anfrage von Hülya Eralp, KWB-Referentin und Mitarbeiterin im Unternehmensservice W.I.R., gerne zu, interessierte Frauen mit Fluchtgeschichte einzuladen, um ihnen mögliche Karriereperspektiven sowie Optionen der Berufsförderungen und -anerkennung im UKE vorzustellen. Die Betriebserkundung sowie Präsentation der Projekte zur konkreten beruflichen Integration und Akkulturation von Migranten/-innen entwickelten sich zu einem für beide Seiten fruchtbaren Austausch in positiver Atmosphäre mit spannenden Erkenntnissen.

 

"Frauen mit Fluchtgeschichte haben es häufig doppelt schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Deshalb möchten wir sie dabei unterstützen", erklärt Hülya Eralp das Ziel der Betriebserkundungen im Rahmen des öffentlich geförderten Projekts Fachkräftesicherung bei kleinen und mittleren Unternehmen. "Zumal die Frauen oft fachliche Vorkenntnisse aus dem Heimatland mitbringen, die Unternehmen gut gebrauchen können." Auch die 14 Teilnehmerinnen der UKE-Betriebserkundung haben großes Interesse, in Deutschland im Gesundheitswesen einzusteigen, und viele besitzen sogar im Ausland erworbene medizinische Abschlüsse.

Fruchtbarer Austausch durch gute Vorbereitung

 

Paul Cahoj und Hülya Eralp begrüßen die Teil- nehmerinnen bei der UKE-Betriebserkundung.In einem Workshop bereitete Hülya Eralp die Frauen auf den Besuch im UKE vor, damit sie ihn optimal für ihr berufliches Vorankommen nutzen konnten: "Wir haben die Erwartungen des Unternehmens vermittelt, die beruflichen Ziele der Teilnehmerinnen herausgearbeitet, Fragen an das Unternehmen dokumentiert und natürlich auch den Erfahrungsaustausch unter den Frauen gefördert", berichtet Eralp (rechts im Bild). Die gute Vorbereitung zahlte sich aus: "Die Teilnehmerinnen haben sehr gute Fragen an mich gestellt, sie waren entspannt und haben sich gut präsentiert", bestätigt Paul Cahoj (links im Bild). "Ich habe interessante, vielfältige Biografien kennengelernt. Die Veranstaltung hat mich in meiner Arbeit der Anpassungsqualifizierung bestärkt."


Gute Chancen auf berufliches Weiterkommen


Helei Djadran, Projektmanagerin von Integration Geflüchteter in die Patientenversorgung, ergänzt: "Die Veranstaltung ist eine gute Möglichkeit für uns, Hemmschwellen zu senken und Kandidatinnen zu rekrutieren. Ich freue mich besonders, dass durch Frau Eralp eine Gruppe an Frauen zu uns gekommen ist. Häufig sind es sonst eher Männer." Sie ist zuversichtlich, dass es viele von den Interessierten auch in die Weiterbildung und letztendlich in die Anstellung am UKE schaffen können.

Auch die stellvertretende Projektleitung der APQ, Melanie Schwarzbach, bewertet die Chancen für die ausgebildeten Frauen als gut, ihren Beruf über eine Anpassungsqualifizierung anerkennen zu lassen und gegebenenfalls im UKE einen Arbeitsplatz zu erhalten. Mit Hilfe des BundesförderprogrammsIntegration durch Qualifizierung (IQ) sowie der strategischen und behördlichen Vernetzung im Rahmen der APQ böte das UKE ein Netzwerk, in dem die Anerkennung von Gesundheitsberufen und die berufliche Integration in den Hamburger Arbeitsmarkt nicht nur unterstützt, sondern auch konkret erzielt werden könne.

Die auf der Betriebserkundung präsentierten Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen, Integration Geflüchteter in die Patientenversorgung sowie Anpassungsqualifizierung für Gesundheitsberufe, werden durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und teilweise über Landesmittel gefördert. Die APQ erhält anteilig auch über Bundesmittel Unterstützung.

Teilnehmerinnen in ihrer Zielstrebigkeit bestärkt


Auch die Teilnehmerinnen zeigten sich zufrieden. "Schon durch den Workshop habe ich viel gelernt. Und die Betriebserkundung hat mir Hoffnung gegeben, dass ich meinen Zielberuf der Operationstechnischen Assistentin erreichen kann", sagt die 27-jährige Farahnaz Motemate (Bild links). Sie ist vor zweieinhalb Jahren aus dem Iran gekommen und kämpft um die Anerkennung ihres im Ausland erworbenen Abschlusses.


Rouba Eisa hat in Syrien als Fachärztin für Dermatologie gearbeitet. Vor knapp drei Jahren ist sie nach Deutschland geflohen. Hier fällt der berufliche Wiedereinstig schwer. "Ich besitze eine abgeschlossene Ausbildung, Berufserfahrung und eine gültige Arbeitserlaubnis. Trotzdem habe ich auf meine vielen Bewerbungen bisher nur Absagen erhalten", erzählt sie. Die Enttäuschungen kratzen an ihrem Selbstbewusstsein. Die Hospitation im UKE, die ihr angeboten wurde, baut sie wieder etwas auf. "Meine Hoffnung auf eine Arbeitsstelle ist dadurch gestiegen. Wenn es im UKE nicht funktioniert, dann hilft mir der Name UKE im Lebenslauf vielleicht bei der Bewerbung in einer anderen Klinik", so Rouba Eisa.

Weitere Betriebserkundungen in Planung


"Ich freue mich sehr, dass wir die Teilnehmerinnen in ihrem Selbstbewusstsein und ihren Zielen stärken sowie berufliche Perspektiven schaffen konnten", resümiert Hülya Eralp. "Die Zusammenarbeit mit dem UKE hat zudem viel Spaß gemacht. Ich plane bereits weitere Betriebsbesichtigungen mit der Universitätsklinik. Schön, wenn das Unternehmen seine Vorteile sieht und zusätzlich menschlich engagiert ist. Weitere interessierte Unternehmen können sich für ähnliche Kooperationen gerne bei mir melden."

 

Fotos: ©KWB

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